AUFRUF DES QUEER- FEMINISTISCHEN BLOCKS
AN ALLE FRAUEN, LESBEN, MÄDCHEN, TRANSFRAUEN ZUR DEMO AM 8. MÄRZ. 2010
SEXISTISCHE KACKSCHEISSE
Sexismus ist jede Handlung und gesellschaftlich verfestigte Struktur, die die Unterdrückung und Marginalisierung einer Person oder Gruppe aufgrund ihres Geschlechts bewirkt und fort schreibt. Sexistische Strukturen zwängen Menschen in jene binären Geschlechterkategorien, die erst ihre Hierarchisierung erlauben. Konkret bedeutet dies: Männer werden - im besonderen der weiße, heterosexuelle Mann - strukturell privilegiert. Alle anderen sind gezwungen, sich mit den sexistischen, rassistischen, homo- und transphoben Gewaltstrukturen auseinander zusetzen, die ihnen entgegentreten.
Wir sehen, dass jede Frau* in verschiedenste Herrschaftsverhältnisse eingebunden ist. Sexistische, kapitalistische, rassistische und antisemitische Strukturen sind Gewaltverhältnisse, die die Selbstbestimmung, körperliche Integrität und Freiheit von Menschen einschränken und beschneiden. All diese Strukturen sind verschränkt und müssen gemeinsam angegriffen werden.
Was uns verbindet, ist der Widerstand gegen Ausgrenzung und Diskriminierung aufgrund geschlechtlicher Zuschreibung, die alltäglich und überall stattfinden: von den nationalen Grenzen bis hin zum eigenen Bett. Wir sind lesbisch, bisexuell, heterasexuell. Wir sind zwischen oder jenseits dieser Kategorien, und kämpfen für einen Tag, an dem diese Bezeichnungen weder relevant noch zwanghaft sind. Wir lassen uns nicht in Kategorien zwängen und gestalten unser Leben, wie wir wollen!
WE ARE FEMINISTS!
NEIN HEISST NEIN!
Gewalt, besonders sexualisierte Gewalt, gehört für FrauenLesbeMädchenTrans zu den alltäglichen Erfahrungen. Sie stellt eine spezifische Grenzüberschreitung dar, um Frauen* in „ihre“ Schranken zu verweisen, ihnen Raum zu nehmen, ihre Wahrnehmung zu definieren, kurz: männliche Dominanz zu sichern. Diese Ausübung von Macht und Kontrolle erfolgt in den meisten Fällen von bekannten Männern, wie dem Chef, Kollegen, Freunden, politische Mitstreitern, dem Liebespartner. Dem ganz „normalen“ Mann eben. Von blöden Anmachsprüchen bis hin zu körperlichen Übergriffen: sexualisierte Gewalt verletzt.
Es völlig egal, in welcher Form sich ein NEIN ausdrückt. Jedes „Vielleicht später“, „Nein danke“, „Verpiss dich“, „Ich weiß noch nicht“, „Ich mag dich, aber…“, „Ich will jetzt lieber schlafen“ bedeutet genauso NEIN, wie auch jedes Abwenden, Zögern, Schweigen und jede Stille. Wir bestimmen selbst, wo unsere Grenzen sind!
AND WE FIGHT BACK!
OUR BODIES OUR CHOICE!
Die Herrschaft über Frauen wurde und wird auch immer über ihre Körper ausgetragen. Die gesellschaftliche Norm definiert nicht nur wie Frauen* auszusehen haben, sondern verbindet auch körperliche Merkmale erst mit einem Geschlecht. Wer von diesen Normen mehr oder weniger abweicht oder ausgeschlossen wird, erlebt oft Ausgrenzung und/oder verschiedenen Formen von Gewalt.
Die Selbstbestimmung unserer Körper wird auch in Frage gestellt, wenn es darum geht, wann und ob wir Kinder bekommen wollen. Die Verfügbarkeit von Verhütungsmittel bis hinzu Abtreibung reguliert grundlegend der Staat. Der überlässt Entscheidungen im „im besten“ Fall dem Arzt im schlechtesten Fall Pfaffen und Co. Ein Recht auf Abtreibung existiert nach wie vor nicht. Hingegen arbeiten Konservative bis hinzu (Klerikal)Faschist_innen weiterhin an der Abschaffung der Fristenlösung, und Gruppen wie HLI oder ProLife terrorisieren nach wie vor Abtreibungskliniken bzw. Frauen die diese aufsuchen. Unsere Antwort darauf: Kerz'lfresser schlucken!
FÜR DIE SELBSTBESTIMMUNG UNSERER KÖRPER
NO BORDER - NO NATION
Wir erklären uns solidarisch, mit all jenen, die nationale Grenzen überqueren, aus welchen Gründen auch immer, und dabei illegalisiert, verhaftet oder getötet werden. Für Frauen* erweist sich Migration oft als besonders schwierig. So wird patriarchale Gewalt, wie Vergewaltigung oder Verfolgung als Lesbe, in Österreich nicht als Asylgrund anerkannt. Frauen, die aufgrund von Eheschließung Aufenthaltsrechte erhalten, können sich nicht bedingungslos scheiden lassen, ohne zu riskieren, diese zu verlieren.Illegalisierte Menschen werden am Arbeitsmarkt ausgebeutet, wobei ungleiche Lohnverhältnisse illegalisierte Frauen besonders treffen. Der Anteil von Migrantinnen in der Sexarbeit beträgt in Österreich zwischen 60-70%. Sexarbeit ist dabei die einzige staatlich tolerierte Arbeitsmöglichkeit für asylsuchende Frauen. Illegalisiert Leben und Arbeiten bedeutet keine Rechte und keinen Schutz zu haben.
KEIN MENSCH IST ILLEGAL!
KA SCHEISS HOCK'N FÜR OARSCH KOHLE!
Das Datum des 8.März entsprang einem Streik von sozialistischen Textilarbeiter_innen, die für bessere Arbeitsbedingungen kämpften. Auch heute noch verdienen Frauen* weniger als Männer, bekommen weniger Pension, weniger Arbeitslosengeld, und verrichten den Großteil „privater“ (= unentlohnter) Tätigkeiten. Wir fordern nicht gleichen Lohn, sondern die Abschaffung kapitalistischer Arbeitsverhältnisse, die auf Ausbeutung konzipiert sind, und für die Ungleichheit unter Menschen Bedingung ist.
FIGHT THE STATE! FIGHT CAPITALISM!
RIOT NOT QUIET!
DESHALB KOMMT AM 8.MÄRZ 2010 -ZUR FRAUEN* LESBEN MÄDCHEN* DEMO
[b]SMASH PATRIARCHY! SMASH SEXISM![/b]
TREFFPUNKT: 17:00, Ecke Museumsquartier/ Marcus Omofuma Denkmal
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Vom 4.-6- März findet in Berlin ein Diskussions- und Vernetzungsevent
zu queeren und feministischen Perspektiven in Ökonomie- und
Kapitalismuskritik statt.
Du möchtest dabei sein? Die ÖH Uni Wien unterstützt Teilnehmer_innen mit bis zu 100 EUR Fahrtkostenzuschuss.
Anmeldung und Infos:
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Website des Events: www.feministische-oekonomiekritik.org
"Das Event ist eine Plattform, auf der viele und verschiedene
Menschen und Gruppen sich über ihre Arbeit und ihre Politik(-formen)
austauschen, organisieren, koordinieren oder informieren können. Diese
Vernetzung soll die vielfältigen Arbeiten, Tätigkeiten und
Theorieansätze von feministischen und ökonomiekritischen Gruppen,
Personen und Projekten sichtbar machen. Es geht darum, eine linke
feministische Position zu etablieren, die sich nicht länger an
Alphamädchen oder an Hauptwidersprüchlern abarbeiten will. Wir wollen
gemeinsam herausfinden, inwiefern sich unsere Erfahrungen und Analysen
ähneln und unterscheiden, um daraufhin über Forderungen und Strategien
nachzudenken. Wo und wie sind feministische und ökonomiekritische
Interventionen notwendig und möglich? An wen richten sich welche
Forderungen?"
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