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Andrea Trumann, die zahlreiche Beiträge zu feministischer Theorie
publiziert hat, beschäftigt sich im Berliner AK Wissenskritik mit
Bevölkerungspolitik, Naturbegriffen und Gentechnologie.
„Feminism revisited“ stellt ihr Buch vor und will mit Andrea Trumanns
feministischer Kritik an Frauenbewegungen eine Grundlage für eine in
Wien wenig rezipierte feministische Theorie liefern.
Ihr Vortrag präsentiert ihr bereits 2002 erschienenes Buch
„Feministische Theorie – Frauenbewegungen und weibliche Subjektbildung
im Spätkapitalismus“. Hier liefert Trumann nicht nur einen profunden
Überblick über Frauenbewegungen vom Kampf um das Wahlrecht für Frauen
über das Recht auf Schwangerschaftsabbruch bis zum Zeitalter der
Reproduktionsmedizin und feministischer Theoriebildung, von Helke
Sanders Tomatenwurfrede, Simone de Beauvoir bis zu Judith Butler. Sie
unterzieht die Frauenbewegungen auch einer kritischen Analyse in Bezug
auf deren Herrschafts- und Kapitalismuskritik. Denn, so eine ihrer
zentralen Thesen: Auch wenn die Frauenbewegungen ein noch so kritisches
Potential gehabt haben, viele von ihnen hätten trotzdem den
herrschenden Verhältnissen in die Hände gespielt und diese optimiert.
Das Patriarchat wirkt im Spätkapitalismus – auch wenn es im alten Sinn
der patriarchalen Großfamilie kaum noch existiert – individualisierend
als subjektlose Herrschaft. Frauen, ehemals nur aufs „Private“
beschränkt, fungieren heute nicht nur als Arbeitskraftbehälter sondern
sind zusätzlich einer rigiden Selbstdisziplinierung unterworfen.
In den Lesekreisen von „Feminism revisited“ geht es darum, sich
fundiert mit der Theorie hinter Trumanns Thesen auseinanderzusetzen.
Unter dem Titel „Dialektik der Unterwerfung“ spannt sich der Bogen von
Hegel, Marx, Horkheimer und Adorno zu Foucault und Judith Butler. In
der letzten Lesekreis-Einheit beschäftigt sich die Reihe mit einigen
Texten von Trumann selbst: Hier wird es um das bürgerliche Subjekt und
sein „Anderes“, Trumanns Kritik am Popfeminismus und um ihre kritische
Auseinandersetzung mit Frauenbewegungen gehen. Zusätzlich gibt es kurze
Input-Referate, die einen leichteren Einstieg ins Thema ermöglichen
sollen.
Der abschließende Workshop mit der Autorin soll sich der
Frage nach einer materialistischen feministischen Kritik widmen.
Achtung: Hier gilt eine beschränkte TeilnehmerInnenzahl von 20
Personen, TeilnehmerInnen der Lesekreise werden bevorzugt aufgenommen.
Die Readerin mit den Texten für den Lesekreis liegt in der
Allgemeinen Beratung der ÖH Uni Wien, Uni Campus Hof 1, gratis auf.
Anmeldung für Lesekreise, Workshop und weitere Infos ab 8.3. unter
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Lesekreisreihe: „Dialektik der Unterwerfung“
13.3. 2010 – 1. Lesekreis 16:00-19:00 Frauencafé
Becker-Schmidt, Klinger, Hegel, Marx, Horkheimer und Adorno sollen die
Grundlage bilden – wir beschäftigen uns mit ihren Texten zu Familie,
Marx’ „Judenfrage“ sowie einem Kapitel der Dialektik der Aufklärung –
Natur, Vernunft, Naturbeherrschung und dem bürgerlichen Hass auf das
„Schwache“.
mit Input
20.3.2010 – 2. Lesekreis 16:00-19:00 Rosa Lila Villa
Foucault, Butler und Weiningers Texte über Identifizierung und Annahme
des Geschlechts, das „Weib und die Menschheit“ sowie Auszüge aus
„Sexualität und Wahrheit“ sowie die Kritik an ihnen.
Input von Katharina Krcal
6.3.2010 – 3. Lesekreis 16:00-18:00 Rosa Lila Villa
Mit den Texten von Trumann selbst soll der Vortrag zu ihrem Buch
am selben Abend vorbereitet werden.
26.3. – Vortrag „Feminism revisited“ 19:30 Uni Wien
„Feministische Theorie. Frauenbewegungen und weibliche Subjektbildung
im Spätkapitalismus“. Andrea Trumann stellt ihr 2002 in der Reihe
theorie.org veröffentlichtes Buch vor.
27.3.2010 – Workshop „Materialistischer Feminismus“
Mit Andrea Trumann
10:00-18:00 in der Grünen Bildungswerkstatt Wien
Beschränkte TeilnehmerInnenzahl, Anmeldung ab 8.3.2010
Alle Informationen unter www.fem-revisited.blogspot.com
27.3.2010 – Aftershowparty extra.ordinär im Klub X, Theater Petersplatz 1, 1010 wien, ab 22.00
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AUFRUF DES QUEER- FEMINISTISCHEN BLOCKS
AN ALLE FRAUEN, LESBEN, MÄDCHEN, TRANSFRAUEN ZUR DEMO AM 8. MÄRZ. 2010
SEXISTISCHE KACKSCHEISSE
Sexismus ist jede Handlung und gesellschaftlich verfestigte Struktur, die die Unterdrückung und Marginalisierung einer Person oder Gruppe aufgrund ihres Geschlechts bewirkt und fort schreibt. Sexistische Strukturen zwängen Menschen in jene binären Geschlechterkategorien, die erst ihre Hierarchisierung erlauben. Konkret bedeutet dies: Männer werden - im besonderen der weiße, heterosexuelle Mann - strukturell privilegiert. Alle anderen sind gezwungen, sich mit den sexistischen, rassistischen, homo- und transphoben Gewaltstrukturen auseinander zusetzen, die ihnen entgegentreten.
Wir sehen, dass jede Frau* in verschiedenste Herrschaftsverhältnisse eingebunden ist. Sexistische, kapitalistische, rassistische und antisemitische Strukturen sind Gewaltverhältnisse, die die Selbstbestimmung, körperliche Integrität und Freiheit von Menschen einschränken und beschneiden. All diese Strukturen sind verschränkt und müssen gemeinsam angegriffen werden.
Was uns verbindet, ist der Widerstand gegen Ausgrenzung und Diskriminierung aufgrund geschlechtlicher Zuschreibung, die alltäglich und überall stattfinden: von den nationalen Grenzen bis hin zum eigenen Bett. Wir sind lesbisch, bisexuell, heterasexuell. Wir sind zwischen oder jenseits dieser Kategorien, und kämpfen für einen Tag, an dem diese Bezeichnungen weder relevant noch zwanghaft sind. Wir lassen uns nicht in Kategorien zwängen und gestalten unser Leben, wie wir wollen!
WE ARE FEMINISTS!
NEIN HEISST NEIN!
Gewalt, besonders sexualisierte Gewalt, gehört für FrauenLesbeMädchenTrans zu den alltäglichen Erfahrungen. Sie stellt eine spezifische Grenzüberschreitung dar, um Frauen* in „ihre“ Schranken zu verweisen, ihnen Raum zu nehmen, ihre Wahrnehmung zu definieren, kurz: männliche Dominanz zu sichern. Diese Ausübung von Macht und Kontrolle erfolgt in den meisten Fällen von bekannten Männern, wie dem Chef, Kollegen, Freunden, politische Mitstreitern, dem Liebespartner. Dem ganz „normalen“ Mann eben. Von blöden Anmachsprüchen bis hin zu körperlichen Übergriffen: sexualisierte Gewalt verletzt.
Es völlig egal, in welcher Form sich ein NEIN ausdrückt. Jedes „Vielleicht später“, „Nein danke“, „Verpiss dich“, „Ich weiß noch nicht“, „Ich mag dich, aber…“, „Ich will jetzt lieber schlafen“ bedeutet genauso NEIN, wie auch jedes Abwenden, Zögern, Schweigen und jede Stille. Wir bestimmen selbst, wo unsere Grenzen sind!
AND WE FIGHT BACK!
OUR BODIES OUR CHOICE!
Die Herrschaft über Frauen wurde und wird auch immer über ihre Körper ausgetragen. Die gesellschaftliche Norm definiert nicht nur wie Frauen* auszusehen haben, sondern verbindet auch körperliche Merkmale erst mit einem Geschlecht. Wer von diesen Normen mehr oder weniger abweicht oder ausgeschlossen wird, erlebt oft Ausgrenzung und/oder verschiedenen Formen von Gewalt.
Die Selbstbestimmung unserer Körper wird auch in Frage gestellt, wenn es darum geht, wann und ob wir Kinder bekommen wollen. Die Verfügbarkeit von Verhütungsmittel bis hinzu Abtreibung reguliert grundlegend der Staat. Der überlässt Entscheidungen im „im besten“ Fall dem Arzt im schlechtesten Fall Pfaffen und Co. Ein Recht auf Abtreibung existiert nach wie vor nicht. Hingegen arbeiten Konservative bis hinzu (Klerikal)Faschist_innen weiterhin an der Abschaffung der Fristenlösung, und Gruppen wie HLI oder ProLife terrorisieren nach wie vor Abtreibungskliniken bzw. Frauen die diese aufsuchen. Unsere Antwort darauf: Kerz'lfresser schlucken!
FÜR DIE SELBSTBESTIMMUNG UNSERER KÖRPER
NO BORDER - NO NATION
Wir erklären uns solidarisch, mit all jenen, die nationale Grenzen überqueren, aus welchen Gründen auch immer, und dabei illegalisiert, verhaftet oder getötet werden. Für Frauen* erweist sich Migration oft als besonders schwierig. So wird patriarchale Gewalt, wie Vergewaltigung oder Verfolgung als Lesbe, in Österreich nicht als Asylgrund anerkannt. Frauen, die aufgrund von Eheschließung Aufenthaltsrechte erhalten, können sich nicht bedingungslos scheiden lassen, ohne zu riskieren, diese zu verlieren.Illegalisierte Menschen werden am Arbeitsmarkt ausgebeutet, wobei ungleiche Lohnverhältnisse illegalisierte Frauen besonders treffen. Der Anteil von Migrantinnen in der Sexarbeit beträgt in Österreich zwischen 60-70%. Sexarbeit ist dabei die einzige staatlich tolerierte Arbeitsmöglichkeit für asylsuchende Frauen. Illegalisiert Leben und Arbeiten bedeutet keine Rechte und keinen Schutz zu haben.
KEIN MENSCH IST ILLEGAL!
KA SCHEISS HOCK'N FÜR OARSCH KOHLE!
Das Datum des 8.März entsprang einem Streik von sozialistischen Textilarbeiter_innen, die für bessere Arbeitsbedingungen kämpften. Auch heute noch verdienen Frauen* weniger als Männer, bekommen weniger Pension, weniger Arbeitslosengeld, und verrichten den Großteil „privater“ (= unentlohnter) Tätigkeiten. Wir fordern nicht gleichen Lohn, sondern die Abschaffung kapitalistischer Arbeitsverhältnisse, die auf Ausbeutung konzipiert sind, und für die Ungleichheit unter Menschen Bedingung ist.
FIGHT THE STATE! FIGHT CAPITALISM!
RIOT NOT QUIET!
DESHALB KOMMT AM 8.MÄRZ 2010 -ZUR FRAUEN* LESBEN MÄDCHEN* DEMO
[b]SMASH PATRIARCHY! SMASH SEXISM![/b]
TREFFPUNKT: 17:00, Ecke Museumsquartier/ Marcus Omofuma Denkmal
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