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International Day Against Homophobia and Transphobia

Warum kämpfen und nicht feiern? 

Der 17. Mai ist dem Kampf gegen Homophobie und Transphobie gewidmet. Besonders an diesem Tag geht es darum, die herrschenden, diskriminierenden Strukturen unserer Gesellschaft aufzuzeigen und gegen sie anzukämpfen. Homophobie und Transphobie sind bis heute in weiten Teilen der (bürgerlichen) Gesellschaft tief verankert. Nicht nur die offene Diskriminierung von Homosexuellen und Trans*-Personen im Alltag, sondern auchdie Ungleichbehandlung von homosexuell l(i)ebenden Personen gegenüber„normalen“, heterosexuellen Paaren vor dem Gesetz, stellen einen untragbarenZustand dar. Die jetzigen Gegebenheiten lassen keinen Grund zum Feiern übrig. Gegen diese Verhältnisse gilt es am 17. Mai noch mehr als an jedem anderen Tag anzukämpfen.

 

Warum ist der IDAHOT ausgerechnet am 17.Mai? 

An diesem Tag 1990 berichtigte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1990 ihre jahrelange falsche Darstellung von Homosexualität als Krankheitund strich sie aus dem Diagnoseschlüssel. Ein erster internationaler Schritt in die richtige Richtung.

 

Nicht nur in Österreich gibt es eine mehrheitliche Orientierung an heteronormativen Vorstellungen. Beispielsweise Uganda gilt inzwischen als schlimmer Verfolgungsstaat von LGBT-Personen  (Lesbian, Gay, Bi undTransgender). Die dort gültige Rechtsordnung sieht lange Haftstrafen für nicht heterosexuellen Geschlechtsverkehr vor.

 

Auch in immer mehr Staaten des ehemaligen Ostblocks  werden verschärfte Gesetze  beschlossen und bekräftigen damit vor allem Rechtsextreme und religiöse Fanatiker*innen. Veranstaltungen der örtlichen LGBT-Bewegungen wurden in den letzten Jahren immer wieder und vor allem immer gewaltsamer angegriffen. Nicht nur während Pride Parades werden LGBT-Personen zum Ziel homophob motivierter Gewalt sondern auch im täglichen Leben. Beispiele dafürsind die dokumentierten Übergriffe auf Pride Parades in Budapest (Ungarn)  und Split (Kroatien) . Zu befürchten ist - angesichts der aktuellen Politik Ungarns  - dass es dieses Jahr zu mehr Gewalt und Repression kommt.

 

Besonders in islamisch geführten Staaten wie dem Iran oder vonfundamentalistischen Terrororganisationen wie etwa den Taliban kontrolliertenGebieten, kommt es zu Folter und unzähligen Hinrichtungen  von LGBT-Personen.Wie viele homosexuelle und Trans*-Personen wirklich in diesen Ländern und Regionen misshandelt und getötet werden, bleibt meist unklar. Die Dunkelziffer ist meistens weit höher als offizielle Angaben.

 

LGBT-Personen werden von vielen religiösen Institutionen offen diskriminiert. So wurde beispielsweise von einem Propagandisten der römisch-katholischen Kirche, Christoph Schönborn, bereits der Möglichkeit der„Verpartnerung“ eine Absage  erteilt, obwohl diese angebliche Gleichstellungohnehin nur Heuchelei ist. So wird beispielsweise auf jedem behördlichen Formular eine Trennung zwischen „Eingetragener Partner*innenschaft“ und bürgerlicher Ehe vollzogen. Ganz zu schweigen davon, dass Eingetragene Partner*innenschaften nicht wie Eheschließungen auf Standesämtern vollzogen werden können.

 

Es gibt aber auch Fortschritte im Kampf gegen Homophobie. So sprach sich Barack Obama kürzlich für die Möglichkeit der Ehe zwischenhomosexuellen Personen  aus und bezog damit eine klare Stellung gegen religiös-fundamentalistische Republikaner*innen.

 

Am 17. Mai wollen wir erneut deutlich zeigen, dass wir dieherrschenden, diskriminierenden Verhältnisse auf keinen Fall akzeptierenwerden. Rückständige Ansichten dürfen unseren Alltag nicht weiter bestimmen.Mit diesen heteronormativen Denkmustern gilt es aufzuräumen.

 

 

Gegen heteronormative Denkmuster!

Gegen rechtsextremes, homophobes Gedankengut! 

Gegen religiös-fundamentalistische Propaganda!

 
Alte Muster, neue Feinde? - Zur Vergleichbarkeit von Antsemitismus und (antimuslimischem) Rassismus

Ort: HS II, Neues Institutsgebäude (NIG), Wien
Datum: Mittwoch, 16. Mai 2012
Zeit: 19:00 

 Flyer

Mit der Eskalation des "Kampfes der Kulturen" kam es rund um die Jahrtausendwende zu paradoxen Verknüpfungen: Ein antirassistischer Antisemitismus scheint nun genauso möglich wie ein rassistischer Anti-Antisemitismus. Hinter der Behauptung einer grassierenden "Islamophobie", die dann auch noch mit dem Antisemitismus gleichgesetzt wird, verschanzen sich oft Islamisten und ihre Apologet_innen. Auf der anderen Seite wird - auch um sich den Rechtsextremismusvorwurf zu ersparen - der Ausschluss von Muslimen immer öfter mit dem Hinweis auf deren Antisemitismus begründet. Während im ersten Fall die Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten zwischen Antisemitismus und Rassismus demagogisch überstrapaziert werden, werden im Zweiten - oft nicht minder demagogisch - die Unterschiede verabsolutiert und jeder Vergleich als unzulässig bezeichnet. Die vergleichende Analyse von Antisemitismus und Rassismus scheint aber dringend geboten, auch um zeigen zu können, dass Muslime eben nicht die "Juden von heute" sind.


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Heribert SCHIEDEL, Rassismus- und Antisemitismusforscher, zahlreiche Vorträge und Veröffentlichungen, zuletzt im Herbst 2011: "Extreme Rechte in Europa" (Edition Steinbauer)

 
Mayday Parade in Wien

 Aufruf zur Mayday-Parade am 1. Mai 2012:

Gestern standen wir noch vor dem Abgrund, heute sind wir schon einen Schritt weiter!

?? PREKÄR ARBEITEN ?? PREKÄR LEBEN??

*** Treffpunkt: Bruno Kreisky Park (bei U4 Margaretengürtel, 1050 Wien) 14:00 Uhr
*** Endpunkt der Parade und Weiterfeiern: Straßenfest in der Heinestraße (1020 Wien)

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